Die Konradsmühle
Der Ursprung dieser zur Herschberger Gemarkung gehörenden Mühle liegt im dunkeln. Man vermutet, dass sie das Relikt einer Ansiedlung ist, die hier etwa im 6. Jahrhundert im Zuge der fränkischen Landnahme entstand. Es soll sich um die Ursiedlung des späteren Herschberg gehandelt haben, die einst vom Tal hinauf auf die Höhe wanderte. Nur die Mühle bzw. der Mühlplatz bleibt unten am Bach an der Wallhalb zurück.
Der Name der Ansiedlung, der längere Zeit mit "Reinheim" in Verbindung gebracht wurde, ist jedoch unbekannt. Ein Hypothese über die frühere Gesichte dieses Wohnplatzes wird in der Abhandlung "Aus dem Herrschaftsbereich des Franken Herin" in der neuen Herschberger Dorfchronik vorgestellt.
Die erste urkundliche Erwähnung kennen wir aus dem Jahre 1727 als "Herschberger Mühle". Offenbar bezieht sich die später übliche Benennung "Conradsmühle" auf den Vornamen dieses damaligen Besitzers Conrad Woll. 1743 und 1744 nennen leiningische Forstakten den Namen Haneß Bender von der Herschberger Mühle.
Laut Akte vom 19.07.1780 des Fürstlich Leiningischen Amtes Falkenburg kauft der Lehensmüller Dam Heintz von der Knopper Mühle von dem Müllermeister Heinrich Kettenring die sogenannte Konradsmühle für 2000 Gulden rheinischer Währung. Seit dieser Zeit spricht der Herschberger Volksmund nur von den „Hense-Miehl“ (Heintzen-Mühle).
Die Tochter Anna Maria Heintz heiratete um 1795 den Landwirt Valentin Schneider aus Gerhardsbrunn. 1812 wurde das Wohngebäude erweitert. Zwei Nachkommen teilten später den Besitz. Julius Schneider erhielt die zum Betrieb gehörende Branntweinbrennerei. Karl Schneider erbte die Mahlmühle. Seit 1935 wird nicht mehr gemahlen; die Einrichtungen sind entfernt, und der Mühlgraben ist zum Großteil zugeschüttet, der damalige Grundbesitz von rund 43 Hektar wurde noch ganz bewirtschaftet. Etwa ab 1925 nutzte man den größten Teil der Ländereien als Schafweide.
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