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Deutsches Schuhmuseum in Hauenstein

Öffnungszeiten:
täglich geöffnet (auch sonn- und feiertags)
10.00 - 17.00 Uhr (letzter Einlass)

An orginaler Produktionsstätte in einer ehemaligen Schuhfabrik wird der wechselhafte Werdegang der Schuhindustrie sinnlich erfahrbar gemacht. Das Museum greift mit der Geschichte der Schuhproduktion das Ursprüngliche und Besondere der Region heraus. Es zeigt, welchen Einfluß die Schuhindustrie auf das Leben und den Alltag der Menschen in dieser Region hatte.

1740-1918
Eine funktionstüchtige Dampfmaschine im Eingangsbereich symbolisiert den Aufbruch einer ganzen Region ins Industriezeitalter. Ein Schusterladen berichtet von den Anfängen der handwerklichen Schuhherstellung. Ein entwurzelter Baumstamm beschreibt in sinnbildlicher Weise die Lebens- und Arbeitsbedingungen im bitterarmen Walddorf Hauenstein. Der Schuh führt die Familien aus der Armut der vorindustriellen Zeit. Die "Steppmaschine" (Nähmaschine), gehört bald zum festen Inventar in der Wohnküche. Zwischen Kindern und Kochtöpfen steppen die Frauen für Pfenningsbeträge bis tief in die Nacht die Schäfte.


1918-1945
Die Zeiten, in denen ein Schuhmacher einen ganzen Schuh herstellte, waren in der Fabrik schon lange vorbei. Im zweiten Obergeschoß lernen die Museumsbesucher die industrielle Massenproduktion kennen. Bearbeitungsschritte in genau festgelegter Reihenfolge staffeln den Produktionsprozeß. Dicht an dicht stehen in der Fabrikwelt der zwanziger Jahre die Maschinen in den verschiedenen Abteilungen. Die Arbeitsteilung in Modellieren, Zuschneiden und Stanzen, Vorrichten, Steppen, Zwicken, Ausputzen und Fertigmachen wird im Museum ersichtlich.


1945 - heute
Die entbehrungsreiche Nachkriegszeit rückt im ersten Obergeschoss ins Blickfeld. Der Erfindungsreichtum in der Schuhherstellung kennt keine Grenzen. In den Vitrinen dokumentieren Schuhmodelle aus der Region die Notlagen auf dem Versorgungssektor. Als Ersatzstoffe dienten Reifengummi, Holzsohlen und Papierfutter. Lederschuhe sind wertvolle Tauschobjekte auf dem Schwarzmarkt. Die Blütezeit der deutschen Schuhindustrie ist Mitte der sechziger Jahre erreicht. Der Importanteil ausländischer Schuhe steigt von Jahr zu Jahr bedrohlich an. Auch mit weiterer Automation und Modernisierung, die im Museum dargestellt werden, ist die Strukturkrise nicht aufzuhalten. Heute muss die Region neue Wege gehen.

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Quelle: Deutsches Schuhmuseum in Hauenstein