Die Wallhalber Mühle
Der Ursprung der Wallhalber Mühle geht auf die Grafen von Leiningen zurück. Sie waren seit etwa 1350 Wallhalber Landesherren und wiesen den untertänigen Bauern diese Bannmühle zur pflichtgemäßen Benutzung zu. Aus einem Erbbestandsvertrag von 1765 zwischen den Grafen Christian Carl Reinhard und Carl Friedrich Wilhelm zu Leiningen und Dachsburg mit dem damaligen Müller Johann Jacob Schaaf geht hervor, dass zu der Mühle noch etwa 80 Morgen Land gehörten.
Eine Urkunde aus dem Jahr 1774 berichtet vom Übergang der Mühle auf den Müller Michael Schaaf, geboren in Linden und Stiefbruder des verstorbenen J. J. Schaaf. Nach dem Ende der Leininger Herrschaft 1796 durch die Franzosen wurde Michael Schaaf Eigentümer der Mühle und von 1811 bis 1817 schließlich Maire oder Bürgermeister von Wallhalben. Nach dem Tod seine Schwiegersohnes, des Müllers und Landwirtes Adam Thom, verkauften er und seine Tochter im Jahr 1821 Mühle und Land an den damaligen Bürgermeister von Oberhausen. Er war der Besitzer der Lohmühle, Gerbermeister Friedrich Ritter und Ururgroßvater des heutigen Bäckermeisters Karl Ritter.
Jahrhunderte lang drehte sich das Mühlrad bei Tag und Nacht. Das Wasser kam in einem etwa 2 Kilometer langen Mühlgraben aus dem Arnbachtal. Das Gefälle von 2,5 Metern reichte bei gutem Wasser, um mit dem 5,5 Meter hohen mittschlächtigen Wasserrad aus altem Eichenholz die drei schweren Mühlsteine des Schäl-, Schrot- und Mahlgange zu drehen. In 24 Stunden wurde 20 Zentner Getreide zu ca. 15 Zentnern Brotmehl und 4,5 Zentnern Kleie im Lohn gemahlen, d. h. der Bauer bekam das Mehl von seinem Korn und bezahlte einen Mahllohn. Zur Mahlmühle gehörte zeitweise eine Ölmühle, in der Raps und Kohl geschlagen wurden. Ein zweites Mühlrad trieb sie an.
Hier wurde schon immer Brot gebacken. Der Urenkel des Friedrich Ritter, der Bäckermeister und Müller Karl Ritter sen., modernisierte 1921 die Mühle und 1935 die Bäckerei. Behördliche Schwierigkeiten um den Mühlgraben führten 1965 zur Stillegung der Wasserkraft und zum Ausbau des Mahlwerkes.
Die Tradition des Brotbackens hat sich bis heute fortgesetzt. Karl Ritter und Sohn, beide Meister ihres Faches, betreiben noch die Bäckerei.
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